Negative SEO – Wenn Unternehmen das Muffensausen kriegen

Es gibt Unternehmen, die haben irgendwoher den Begriff „SEO“ gehört und das es etwas Feines ist. Sie wollen ganz schnell ganz weit oben ranken.

Und dann gibt es Agenturen, die ihnen genau dies versprechen. Oft werden Beispiele gezeigt, wo Kunden für bestimmte Keyword-Kombinationen ganz oben in Google ranken. Das beeindruckt. Da will man auch hin. Möglichst schnell.

Negative SEO – Die böse Überraschung

In den letzten Jahren war das Web Spam Team von Google vernehmlich in den USA aktiv. Nun hat es seinen Arbeitsbereich auch auf Europas ausgeweitet. Vor allem deutsche Seiten sind im Visier.

Google hat die große Reinigungsoperation in Deutschland begonnen. Matt Cutts schrieb in Google:

Not done with Germany yet, but we just took action on two Polish link networks + a reminder blog post: http://goo.gl/qomFP8 

Die Folge: Es kommt eine Mail von Google über ünnatürlichen Linkaufbau. D.h. die Unternehmen, die Agenturen beauftragt hatten, massenhaft Links auf die eigene Webseite setzen zu lassen, sind aufgefallen. Google straft diese dann im Ranking ab.

Die Stress-Panik-Reaktion

Genauso schnell wie Unternehmen die Agenturen beauftragt hatten, schnell Links aufzubauen, so schnell sind sie auch bei der Entscheidung beim Linkabbau. Erst wird ein/e Mitarbeiter/in abgestellt, die dann Links sucht und die Webseitenbetreiber bittet, diese zu löschen.

Natürlich sollte man schauen, dass man einige Links entfernen lässt. Das muss jedoch nicht in Panik geschehen. Ruhig Blut, liebe Unternehmer!

Tipp an Unternehmer

Schauen Sie sich die linkgebenden Seiten erst einmal gut an. Fangen sie bei denen an, die ohnehin wertlos sind. Das sind zum Beispiel Backlinks von

  • themenirrelevanten Seiten
  • Affiliate-Seiten (also Seiten, bei dem in jedem Blogbeitrag ein anderes Produkt vorgestellt wird. Darunter auch ihres)
  • Produkttesterblogs. Wie der Name schon sagt, ausschließlich dafür gedacht, um Produkte gegen Geld zu testen
  • SEO-Blogs. Blogs, die mit dem Ziel aufgesetzt wurden, Geld zu verdienen

Tipp an Blogger

In letzter Zeit bekomme auch ich immer häufiger Mails von Unternehmen, die ihre zuvor selbst gesetzten oder gekauften Links entfernt haben wollen.

Auch dies ist Aufwand, der nicht unbezahlt bleiben muss. In manchen Fällen muss sogar der Satz komplett umgeschrieben werden, da die Linkentfernung einfach nicht ausreicht (z.B. blablalaba können sie hier kaufen). Wird der Link entfernt, macht es den Anschein für Leser, als hätten man diesen vergessen. Blöd, wenn man tatsächlich Interesse an dem Produkt hat.

Anfangs verlangte ich 20 € für die Entfernung eines Links. Ich habe gemerkt, dass hierfür die Bereitschaft eher nicht gegeben ist.

Nun verlange ich 5 € und siehe da, in den letzten Wochen schon 4 Abbuchungen.

Ausblick

Von Negative SEO werden langfristig die Unternehmen wegkommen, die auf Onpage-Optimierung wert legen und so Google leicht lesbare Inhalte bieten. Zudem gewinnen diejenigen, die Inhalte mit Mehrwert schreiben, so dass diese freiwillig von Lesern geteilt wird.

Backlinks sollte man auch in Zukunft setzen, dabei jedoch auf Qualität achten. Also lieber weniger als mehr, dafür aber auf guten Seiten. Dabei sollten die Linktexte so aussehen, als wären sie natürlich von Menschen gesetzt. Also statt „hier günstig kaufen“ lieber „in diese Beitrag von“.

Unternehmen sollten auch viel stärker wert auf den eigenen Blog legen und hier regelmäßig werbefreien Content veröffentlichen. Über diese Artikel dann z.B. dem Leser das Gefühl vermitteln, man sei ein Experte auf dem Gebiet und dezent auf die Produkte weiterleiten.

Zuletzt – und das betrachte ich eher als obsolet – wert auf „mobil“ und „Social Media“ legen.

In Category: SEO

Kawa

Show 3 Comments
  • Dag-D. Reinert 15. April 2014, 21:24

    Zur Bereinigung der Suchergebnisse finde ich die Maßnahme garnicht so schlecht. Nur weil der eine mehre Geld zum Ausgeben hat als ein anderer Webseitenbetreiber, muss der Inhalt qualitativ nicht besser sein. So erhält der User mehr Qualität und dazu echte Empfehlungen von Gleichgesinnten. Es wird wieder ein natürlicherer Wettbewerb ins Leben gerufen. Für Firmen mit gekauften Links natürlich momentan eine unschöne Situation. Wer aber das Geld für den Einkauf von Links hatte wird auch das Geld für das Löschen derselben aufbringen.

    Mal sehen, was Google noch so alles einfällt.

  • Maik Hensel 17. April 2014, 19:38

    Hey klasse beiträge
    Hab mir alles sehr aufmerksam durchgelesen
    Das nennt man qualität:))

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