Gastartikel in fremden Blogs helfen beiden Seiten

Auf der Suche nach einem Blog, in dem ich einen Gastartikel veröffentlichen kann, bin ich auf eine Seite gestoßen, auf dem ich eben diesen Wunsch geäußert habe.

Image, das den Schriftzug Google Pagerank zeigtDaraufhin hat sich u.a. eine Petra gemeldet. Eine meiner Voraussetzungen für den Gastartikel war, dass ich einen Link zu einem meiner Projekte setzen darf. Ein ganz normaler Vorgang. Der Blogbetreiber erhält einen guten Artikel von einem erfahreneren Blogger im Gegenzug zu einem Backlink.

Ich wurde gefragt, welches Projekt das sein soll. Die Frage ist berechtigt. Schließlich will niemand auf obszöne Inhalte o.Ä. verlinken. Es kam dann tagelang erst einmal nichts (so etwas kann ich schon einmal nicht ausstehen). Auf meine Nachfrage hin hieß es: Ihr Projekt hat nur einen PageRank von 0! Stimmt, ist ja auch ein neues Projekt. Dafür bietet man schließlich Gastartikel an und betreibt Linkbuilding.

Blogs mit nur bezahlten Artikeln werden abgestraft

Nachdem ich der Dame dann erklärt hatte, dass mein PageRank ihrem Blog nicht schadet, haben wir uns soweit geeinigt. Ich habe daraufhin den RSS-Feed des Blogs abonniert, um einmal zu schauen, was dort alles publiziert wird. Vom neuen Rasierer für Männer über Babyprodukte bis hin zu alternativen Zigaretten. Schnell war klar: Hier wird nur bezahlter Content publiziert. Und zwar alles, was man kriegen kann.

Vernünftiger Schreibstil beim Bloggen ist essenziell

Auch die Art des Schreibens gefiel mir nicht. Obwohl die Dame offensichtlich eine Deutsche ist, wird auf die dt. Rechtschreibung und Zeichensetzung nicht viel wert gelegt. Advertisern ist das scheinbar egal. Hauptsache der Link auf die eigene Seite wurde fehlerfrei platziert. Dass so ein Artikel in einem rein kommerziell betriebenen Blog wohl auf lange Sicht eher von Google abgestraft wird, wissen wohl die wenigsten.

Am Ende habe ich der Dame (33) mitgeteilt, dass ich doch nicht bei ihr bloggen wollte.

Blogs leben auch von Kommentaren

Daraufhin kam die Antwort, dass sie mich selbst abgelehnt hätte, weil ich ja versucht hätte, „heimlich“ einen Link zu meinem Projekt zu setzen. Ich hatte einen Blogartikel kommentiert und dabei die optionale Angabe URL mit angegeben. Dies hat sie als hinterhältigen Versuch gewertet, mein Projekt zu promoten. Nicht unverständlich. Schließlich gibt es sonst keine Kommentare in ihrem Blog. Dass Bloggen von Kommentaren lebt und es völlig normal ist, dass ein Partizipant seine URL angibt, war wohl der Dame völlig unbekannt.

Bei Halbwissen lieber schweigen

Nun ja, ich habe ihr in einer weiteren freundlichen E-Mail versucht, die Zusammenhänge zu erklären. Ihre Antwort (O-Ton):

Und das ich abgestraft werden, weiß ich selber.

Frage mich, warum macht es dann? Und weiter.

Und das ich ohne Punkt und Komma schreiben soll, hast du wohl mit einem anderen Blog verwechselt

Daraufhin bin ich gleich auf ihre Seite. Die ersten 3 Sätze, die ich dort las waren:

Auf meinem neuen Blog Der Oasengarten   will ich am 15. April 2012 einen Blumen-Garten-Parade   starten. Es gibt viele tolle Sachen zu gewinnen. Seit gespannt.

So viel zu diesem Thema. 3 Zeichensetz- und 2 Rechtschreibfehler.

Was lernen wir daraus?

1. Schweigen ist Gold, reden ist silber.

2. Wenn man keine Ahnung von etwas hat, dann gilt Regel 1.

In Category: Gastartikel

Kawa

Show 6 Comments
  • Geldfritz 27. März 2012, 20:35

    Dass beide Seiten von einem Gastartikel profitieren, stimme ich zu. Die Aussage, dass Blogs mit überwiegend bezahlten Artikel abgestraft werden, hier kann ich nicht zustimmen. Es geht darum, dass Google niemals bezahlte Artikel von einfachen Gastartikeln unterscheiden kann. Ich vermute eher, dass doppelter Inhalt zu erwähnten Abstrafungen führt.

  • Christian 12. April 2012, 15:52

    Es wird immer schwerer solche Blogs zu finden und ähnliche Diskussionen wie du Sie gemacht hast werden immer alltäglicher, vor allen Dingen wenn man an …ich nenne Sie einmal „SEO Anfänger“ gerät, die sich dann auf Ihr Halbwissen berufen.

    Ich betreibe unter anderen einen Sport Blog, dieser hat eine Domain Pop von >410, also wirklich schon etwas ganz Anständiges.

    Aufgrund eines Designwechsels hat dieser Blog leider nur einen PR0. Hier wollte ich nun vor kurzem einen direkten „Artikeltausch“ mit einem Webmaster durchführen.
    Dessen Blog hatte PR1, wenig Links, aber hat ganz anständigen Inhalt gehabt und war angenehm zu lesen.

    1. Email – O Ton, wie komme ich denn darauf dass wir einen Artikeltausch durchführen sollten. Solch ein Tausch wäre doch nicht fair, da sein Blog einen PR1 hat. Wir haben dann noch etwas hin und her geschrieben, aber es war mir nicht möglich den Betreiber umzustimmen….leider.

    So etwas ist wirklich mehr als frustrierend und ich sitze nicht selten Kopfschüttelnd vor meinen Bildschirmen.

  • Ali 12. April 2012, 16:04

    Danke Christian, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast. Ob PR0 oder besser. Jeder Link zählt. Wenn mir ein Blog zum Kauf angeboten wird, dann überprüfe ich natürlich auch die Domain- und Linkpop. Einige glauben, dass der PageRank alles ist. So ist es aber nicht.

  • Jonas 17. März 2013, 14:32

    Ahoj lieber Robert, hallo verehrte Welt!

    Ich denke, dass Gastartikel auf Blogs ein maßgeblicher Bestandteil der Blogosphäre sind respektive sein sollten, da sie nicht nur aus egoistischen Aspekten für den jeweiligen Blogger interessant sind, sondern gleichermaßen den eigenen Horizont erweitern – ach Gott, was für eine Phrase.

    Ich habe auch meinen unterschiedlichen Blogs schon ganz verschiedene Gastautoren eingeladen oder eben zugelassen…, allen war gemein, auch wenn es natürlich in erster Linie um einen Backlink geht, dass ich einen neuen, vielleicht meiner Meinung diametral gegenüberstehenden Ansatz lesen durfte. Wenn dieser fundiert ist und gleichermaßen sinnvoll argumentiert wird, sehe ich solche Artikel als Bereicherung für meinen Blog…, auch wenn sie mitunter sogar meiner eigenen Meinung widersprechen.

    Schade ist allenfalls, dass die wenigsten Blogger wirklich noch ebendiesen Austausch suchen, um sich selbst einen Namen zu machen respektive die eigene Schreibe an den Mann oder eben die Frau zu bringen, sondern bei 90% aller Anfragen zu Gastartikeln irgendwelche dubiosen Agenturen stehen, die versuchen, die deutsche Blogosphäre mit nichtigen Texten und jeder Menge Links zu pflastern.

    Dennoch können Blogger natürlich davon profitieren. Ich sehe das ähnlich wie mit dem Blutspenden…, mitunter kommen die Menschen mit einer ulkigen Motivation dort an, vielleicht sind sie nur dort gelandet, weil Sie auf das schnöde Geld aus waren.

    Doch wenn unterm Strich einem anderen dadurch geholfen ist, soll es mich nicht stören und wenn die Motivation ist, dass Blogger bei mir Texte veröffentlichen, um endlich ihren Artikel über Staubsauger und Inneneinrichtung bei Google zu positionieren, aber auch ich davon profitiere und natürlich in erster Linie meine Leser, lasse ich mich auch gern punktuell „ausschlachten“…, denn…, wie so oft…, bloggen verbindet. Auf welche Art und Weise auch immer.

    Cheers und beste Grüße aus der Blogkiste
    Jonas, der nunmehr seit Jahren Vollzeitblogger ist.

  • Jonas 17. März 2013, 14:33

    Einmal nicht mitgedacht…, natürlich meine ich:“Ahoj lieber Ali…“, das passiert, wenn man abgelenkt wird, wenn man parallel einen Kommentar schreibt 🙂

    Cheers,

  • Robert Nabenhauer 16. März 2018, 14:58

    Hallo Zusammen,
    ich habe zur Gastartikelstrategie mal ein Webinar gemacht. Ggf. interessiert es?
    https://www.youtube.com/watch?v=snM5BDo6PVw

    Gruss Robert Nabenhauer

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